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73. Gautrachtenfest des Chiemgau-Alpenverbandes in Amerang

Mit einer eindrucksvollen Festwoche feierte der Chiemgau-Alpenverband sein 73. Gautrachtenfest in Amerang.

Zum Start beim Bieranstich war es zwar vom Wetter her noch ziemlich naß, so dass sich auch Schirmherr Gust Voit beim Anzapfen des ersten Fasses anpasste und die ersten Liter auf der Bühne verspritzte, doch schon vom Programm her und vom tollen Besuch des ersten Abends konnte man sehen, wie gut die Festlichkeiten in Amerang angenommen werden.

Der Samstag begann mit der obligatorischen Vorstände- und Vorplattlersitzung im Pfarrsaal, wo noch die letzten Vorkehrungen zum Fest besprochen  und auch einige wichtige Punkte im Trachtenjahr abgehandelt wurdenBürgermeister.

Zudem konnte Gauvorstand Ludwig Entfellner aus den Ameranger Trachtlern drei Vorstandsmitglieder mit dem Gau-Verdienstzeichen in Silber auszeichnen, für das man mindestens 25 Jahre in der Vorstandschaft tätig sein muss. Hans Ruhrseitz, war als Vorplattler, Jugendleiter und derzeit als Musikwart mehr als 25 Jahre ehrenamtlich tätig , Elfriede Kleinhuber wurde für ihre Tätigkeit als Schriftführerin und jetzt als Kassier des Vereins geehrt und Georg Westner, der sich  10 Jahre als 2. Vorplattler und inzwischen über 17 Jahre als 2. Vorstand für den Verein einsetzt.

Anschließend lud Schirmherr und Bürgermeister Gust Voit die Abordnungen zu einem Stehempfang im neuen Rathaus der Gemeinde Amerang ein.

Nach dem Gedenken für die verstorbenen Mitglieder des Vereins und des Chiemgau-Alpenverbandes ging es wieder ins Festzelt zum Gau-Heimatabend.

2. Gauvorstand Michi Huber aus Rottau führte mit witzigen Worten durch das Programm, das mit einem  gesungenen Prolog der Geschwister Ledermüller eröffnet wurde. Eine Rarität war der Auftritt der Zimmererklopfer aus Amerang, die einen alten Handwerksbrauch wieder aufleben liessen. Die Auftritte der Kinder-, Jugend- und Aktivengruppe des Festvereins, sowie von der Gaugruppen und Gaujugendgruppe und dem Patenverein Hohenaschau begeisterten die große Anzahl der Besucher.

Die singenden Berger-Dirndl, die Jungen Ameranger, die Vereinsmusi, die Wildenwarter Weisenbläser und die Wildenwarter Musikkapelle ergänzten das kurzweilige Programm, das mit dem großem Sterntanz der Aktiven des Ameranger Vereins endete.

Strahlender Sonnenschein und ein weiß-blauer Himmel empfing die 23 Gauvereine und die 10 Nachbarsvereine, sowie die vielen Ortsvereine am Festsonntag. Pfarrer Josef Reindl und Prälat Peter Neuhauser zelebrierten den Festgottesdienst im Obstanger am Eichenweg, der von den Albertaicher Dirndln, der Ameranger Dorfmusik/Eggstätter Blaskapelle und den Evenhausener Böllerschützen mitgestaltet wurde. Dabei wurde die restaurierte Fahne von 1932 gesegnet, ebenso die neuen Fahnenbänder und das Hauskreuz für das Trachteninformationszentrum in Holzhausen.

Pünktlich um 14.00 Uhr startete der Festzug und über 4000 Trachtler, Musikanten, Ehrengäste und die Ortsvereine setzten sich in Richtung Ortsmitte in Bewegung, wo sie von vielen Tausend Zuschauern mit Applaus begrüsst wurden. 32 Festwägen mit zum Teil historischen Motiven begleiteten den Zug, der eine Wegstrecke von genau 3 Km absolvieren musste.

Kirchplatz

Anschliessend gab es die Ehrengaben für die Vereine und den Meistpreis mussten sich Atzing, Prien und Grassau teilen.

Bereits am Montag ging es für die Ameranger Trachtler weiter. Mit einem Kesselfleischessen und Gstanzlsingen liess man das erste Festwochenende ausklingen. Der „Erdäpfekraut“ und Hias Riegler wussten einiges über die Ameranger Promienz zu berichten und Nachwuchs-Gstanzlsänger Michi Schmid von den Ameranger Aktiven machten den etablierten Sängern so manche Konkurrenz.

Einen Tag später gastierte Ministerpräsident Horst Seehofer im Festzelt und begeisterte mit seiner Rede etwa 1700 Zuhörer.

Mit dem Chiemgauer Tanzfest war wieder eine Gauveranstaltung an der Reihe. Die Haberspitzmusi zog die vielen, vor allem jungen Trachtler schnell auf die Bühne und Tanzwart Otto Zaiser führte durch den Abend. Viele liessen es dann in der von den Ameranger Aktiven herrlich hergerichteten Stadlbar gemütlich ausklingen.

Evi Strehl vom Bayerischen Rundfunk führte beim Volksmusikabend durch das begeisternde Programm. Der Tegernseer Zwoagsang, die Kirchleitn Soatnmusi, die Südtiroler/Bayerischen Musikanten, die Geschwister Schabmair, die Rotofenmusi und der Rainbacher Dreigsang schafften es, dass es im Festzelt absolut still wurde und die vielen Volksmusikfreunde die Darbietungen geniessen konnten.

Mit dem Gaupreisplatteln für die 21 Gruppen und 170 Einzelplattler wurde der letzte Tag des Gaufestes eingeläutet. Ab 9.30 Uhr plattelten und tanzten die Aktiven ab 17 Jahren bis zu den Senioren über 50 Jahre um die begehrten Plätze und bei den Aktiven vor allem um die Plätze in der Gaugruppe.

Die Jungen Ameranger spielten nach der Preisverteilung noch einmal auf und viele Ameranger genossen die letzten Stunden bei einem gemütlichen Beisammensein im Zelt oder liessen den Abend in der Stadlbar ausklingen.

Das war´s – das Gaufest in Amerang ist Geschichte und nur 1 ½ Tage nach dem Ende war der ganze Festplatz wie leergefegt, so stark waren wie an allen Tagen die Helfer im Einsatz und machten es den Verantwortlichen einfach, so ein großes Fest zu organisieren.

Ein herzliches Vergelt´s Gott an Alle.